Kernschmelze

  • ⭐️ 6.7/10
  • 🌡 Medium
  • ⏳ 60 Minutes
  • 👥 3 – 7 Person

Dieser Raum hat ewig auf sich warten lassen! Ich kann mich daran erinnern, als wir im Oktober 2015 „Außer Kontrolle“ gespielt haben – mein 8. Escape Room übrigens – , gab es bereits eine Ankündigung für die Kernschmelze. Und, voila!, nur schlappe 4,5 Jahre später ist es dann auch schon soweit.

Sprich, das Konzept lag schon ziemlich lange in der Schublade, nur die Umsetzung hat sich, aus welchen Gründen auch immer, wohl etwas verzögert.

Der Service bei One Hour Left war wie immer gut. Sehr freundliche Begrüßung, Softdrinks vor und nach dem Spiel aufs Haus, keinerlei Laufkundschaft-Feeling. Dafür liegen die Preise aber auch im höheren Segment. Um weniger als 30€ pro Kopf zu zahlen, müsste man schon zu siebt spielen. Aber, wer möchte das schon?

Wir werden gebrieft. Unsere Mission ist es, eine drohende Kernschmelze zu verhindern. Gehört jetzt nicht unbedingt zum Standardrepertoire eines Sensationsjournalisten, aber „geht nicht“ existiert in unserem Wortschatz nicht.

Auf geht‘s in den Kontrollraum.

Bei einem der ersten Rätsel, sind wir ziemlich ins Stocken geraten. Wir wussten im Prinzip genau was zu tun ist, nur ein Detail für das „wie“ war für uns einfach zu gut versteckt. Unsere GMin hatte zum Glück, kurz vorm erreichen der Frustrationsgrenze, ein Erbarmen und hat uns, nach Rückfrage, den entscheidenden Hinweis gegeben. Richtige Entscheidung, denn wir waren uns einig, dass wir das wahrscheinlich selber nicht ohne weiteres gefunden hätten. Diesen unnötigen Zeitfresser mit Frustpotential würde ich persönlich entschärfen. Ansonsten stehen sich die Gruppen in der Anfangsphase, wo der Spielbereich noch nicht sehr weiträumig ist, einfach zu lange auf den Füßen. Und wir waren nur zu dritt!

Im weiteren Verlauf des Spiels gab es schöne Rätsel die zum Teil auch Teamwork erforderten. Es war uns allerdings nicht immer ganz einleuchtend, in welcher Reihenfolge was zu tun ist, und so musste uns unserer Gamemasterin – nein, das kommt erst später – hin und wieder einen Wink mit dem Zaunpfahl geben. Ob das jetzt alles daran lag, dass wir das Reaktorhandbuch für Journalisten nicht sorgfältig genug gelesen haben (too much reading for my taste) sei mal dahingestellt. Wir fanden zum Teil das Feedback, wenn man etwas gelöst hat, zu schwach. Auch die Kommunikation, während einer bestimmten Spielphase, war ziemlich beschwerlich. Vielleicht ist das so gewollt, aber mich hat’s eher genervt.

Die Raumgestaltung ist passend zum Thema. Auch die Rätsel (einzeln betrachtet) sind gut. Mein Favorit bei One Hour Left bleibt jedoch Hypnose/Psychose.

Empfohlene Teamgröße: Bis zu vier Personen.

Heiner Stepen

Heiner Stepen